Europa-Park in Zeiten von Corona mit Baby

Kindheitserinnerungen

In meiner Kindheit gehörte ein Besuch im Europa-Park zu jeden Sommerferien dazu. Umso älter ich wurde, umso mehr traute ich mich auch die größten Achterbahnen zu fahren. Adrenalin und die dazu gehörenden Endorphine waren bald etwas, was ich ganz eng mit dem Europa-Park verband. Da ich neben den Achterbahnen, aber auch die Atmosphäre sowie die vielen Shows des Europa-Parks liebte, freute ich mich nun umso mehr meiner Kleinen die vielen Facetten des Parks zu zeigen. Zudem war ich sehr gespannt, wie der Europa-Park in Zeiten von Corona das Ansteckungsrisiko verringern würde.

Vorbereitungen

Anders als sonst, war es nicht möglich sich spontan zu überlegen: “Heute gehen wir in den Europa-Park”. Die Besucherzahlen sind coronabedingt derzeit auf 15’000 Menschen begrenzt. Das mag sich erst einmal unheimlich viel anhören. Der Europa-Park ist allerdings 95ha groß. In der Hauptsaison kommen normalerweise gut 25’000 Besucher pro Tag. Die Karten mussten im Vorhinein über die Internetseite des Europa-Parks unter www.europa-park.de direkt für einen bestimmten Tag gekauft werden. Dabei kostet ein Erwachsener derzeit 55€, Kinder im Alter von 3-11 Jahren 47€ und für unter 3-Jährige muss man nichts bezahlen. Für Babies benötigt man daher auch kein Ticket. Der Bestellvorgang der Karten lief problemlos ab. Am Tag bevor es losgehen sollte, bekam ich eine E-Mail vom Europa-Park. Darin enthalten waren Informationen bzgl. der Hygienerichtlinien. Zudem konnte ich mir ein Video hinsichtlich der Maßnahmen ansehen. Die für mich wichtigsten Informationen bzw. Vorgaben waren:

  • Pro Person am besten zwei Masken dabei haben, im Fall das eine nass würde.
  • Maske muss beim Anstehen der Attraktionen sowie während dem Fahren angezogen werden
  • Abstandsregelung von 1,5m soll eingehalten werden
  • Es wurde auf die “virtual line” hingewiesen. Mit Hilfe der Europa-Park-App konnte man bei ausgewählten Attraktionen auch virtuell anstehen.
  • Auf regelmäßiges Hände waschen wurde hingewiesen
  • Die Sicherheitsbügel müssen selbstständig geschlossen werden
Am Eingang überprüfte ein Mitarbeiter, ob wir auch unsere Masken an hatten. Ohne diese durften wir den Park nicht betreten.

Ankunft im Europa-Park

Nachdem wir uns gut vorbereitet fühlten, machten wir uns am Tag unserer Tickets also früh auf den Weg zum Europa-Park. Als wir vom Parkplatz aus zum Eingang liefen, bemerkte ich keinen großen Unterschied zu sonst: Dutzende Besucher machten sich auf den Weg in Deutschlands größten Freizeitpark. Ich war ehrlich gesagt sogar schockiert über die Massen an Menschen, die sich vor dem Eingang tummelten und durch die große Anzahl an Menschen auch wenig auf den Sicherheitsabstand achteten. Unsere Tickets hatten wir mit einem QR-Code auf dem Handy. Dieser musste nur abgescannt werden und schon konnten wir problemlos in den Park.

Attraktionen fahren mit Baby

In der Karte werden Symbole für einen “perfekten Tag mit kleinen Kindern” erklärt.

Der Europa-Park besticht natürlich besonders durch seine aufregenden Achterbahnen. Ob Silver Star oder Blue Fire. Es gibt keine Achterbahn, die ich nicht bereits gefahren wäre. Das dies mit einer 3 Monate alten Tochter anders werden würde, war mir natürlich klar. Im Voraus habe ich daher auf der Internetseite des Europa-Parks recherchiert, welche Bahnen mit Baby befahren werden können. Wer das nicht möchte, kann auch ganz einfach auf der Karte oberhalb auf dem Index sehen wie alt und wie groß man mindestens für die unterschiedlichen Achterbahnen sein muss. Und es gibt wirklich viele Attraktionen, die gut mit Baby befahrbar sind! Neben der Dschungel-Floßfahrt besuchten wir auch Madame Freudenreich mit ihren kuchenbackenden Dinos. Absolutes Muss war zudem die erst wieder neu aufgemachte Bahn “Piraten in Batavia”. Diese ist durch einen Brand zerstört und nun wieder neu aufgebaut worden. Da war nicht nur unsere Kleine ganz hin und weg!

Im Park gibt es zudem eine “Baby-Switch Option”. Das bedeutet, dass einer bei seinem Baby bleibt, während sich der andere anstellt. Bei einem Mitarbeiter muss diese Option angesprochen werden, um eine Karte zu erhalten. Nachdem der eine Elternteil die Achterbahn gefahren ist, kann gewechselt werden und man kann mit der Karte direkt durchlaufen ohne erneut Anstehen zu müssen. Diese Möglichkeit haben wir allerdings nicht ausprobiert.

Auf der Karte sieht man neben dem Namen der Attraktion das Mindestalter und die Mindestgröße.
Die Wickelstationen waren sehr schön eingerichtet und immer sauber.

Möglichkeiten zum Wickeln

Wir holten uns direkt am Eingang eine Karte, um auch einen Überblick der Wickelmöglichkeiten zu haben. Auf 25 Toiletten (keine Angabe auf Gewähr, von mir gezählt) kommen hierbei allerdings nur 6 Wickelräume. Die geringe Anzahl wurde auch während unserem Besuch spürbar. Immer wieder hatten wir Phasen, in denen wir erst einmal gefühlt durch den halben Park laufen mussten, um unsere Kleine wickeln zu können. Manchmal gar nicht so einfach dann noch bei guter Laune zu bleiben, wenn wir mit Sack und Pack erst einmal verzweifelt auf der Suche waren. Teilweise waren die Räume auch sehr versteckt und kaum ausgeschildert. In den Räumen habe ich in Punkto Sauberkeit allerdings nur positive Erfahrungen gemacht. Die Wickelräume waren liebevoll gestaltet, boten viel Platz und wie ich einer Liste an der Tür entnehmen konnte, wurden sie regelmäßig gesäubert.

Umsetzung der Hygienerichtlinien durch Corona

Der Europa-Park war sehr bemüht die Hygienerichtlinien einzuhalten. Dies spürte ich in den unterschiedlichsten Situationen. Bereits durch das Video ein Tag vor dem Besuch wurde einem ein gutes und sicheres Gefühl vermittelt. An den Attraktionen selbst waren überall auf dem Boden Abstandsmarkierungen angebracht. Beim Anstehen gab es immer wieder Durchsagen, die darauf hinwiesen den Sicherheitsabstand einzuhalten und die Maske zu tragen. Durch die begrenzte Besucherzahl sowie die hohe Professionalität des Parks erhoffte ich mir viel. Leider musste ich jedoch feststellen, dass viele Besucher sich nicht an die Vorgaben hielten. Den Mindestabstand in den Bahnen immer einzuhalten war uns zum Vordermann zwar gut möglich, wie nah die Menschen hinter uns allerdings standen, darauf hatten wir keinen Einfluss. Ich hatte insgesamt viele Situationen, in denen ich mich sehr unwohl fühlte und ich mir einen besonneneren Umgang der Menschen gewünscht hätte.

Wir besuchten auch eine Show im spanischen Teil. Die Mitarbeiter des Europa-Parks wiesen uns Plätze zu. Sie sorgten dafür, dass Plätze freigehalten wurden. Jede zweite Reihe musste auch leer bleiben. In den Achterbahnen wurde unterschiedlich mit dem Abstand umgegangen. In den Attraktionen wurden auch die hinteren Reihen freigelassen, allerdings konnte es gut sein, dass man neben jemand fremden saß.

Fazit

Ich liebe den Europa-Park und ein Besuch gehört für mich einfach mindestens einmal im Sommer nach wie vor dazu. Die Mitarbeiter waren sehr bemüht die Hygienerichtlinien einzuhalten. Sie wiesen uns gut ein und sorgten für den Mindestabstand. Für die mangelnde Vorsicht waren die Besucher und nicht der Europa-Park selbst verantwortlich. Ob es notwendig ist, dem Park in der Hochsaison unter den aktuellen Bedingungen einen Besuch abzustatten, muss jede/r für sich selbst wissen.

Bei einem Besuch mit einem Baby wird neben den vielen großen Achterbahnen einiges geboten. Die Kleinsten freuen sich über die tollen Lichter, Farben und Geräusche. Wickelmöglichkeiten für Babies sind zwar nur wenige vorhanden, dennoch lohnt sich ein Besuch auch mit unter 3-Jährigen!

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